Pflege, Marketing und Führung

In den Gesprächen der letzten Wochen mit vielen Pflegekräften ist mir wieder extrem bewusst geworden, dass auch das beste Marketing der Welt kein Ersatz für gute Führung sein kann. Gutes Marketing und gute Führung gehören untrennbar zusammen.

Bei all den Herausforderungen, die wir in der Pflegebranche haben, wird schlechtes Führungsverhalten als Grund Nummer 1 genannt, warum Pflegekräfte ihren Beruf verlassen. „Der Fisch fängt vom Kopf her an zu stinken“, sagt man. Das bewahrheitet sich immer wieder.

Schlechte Geschäftsführer erwarten vom Marketing, dass es ihnen immer schneller immer neue Bewerber bringt. Nur können die Einstellungen bei schlechter Führung nicht mit der Anzahl an Kündigungen mithalten. Zudem leidet die Qualität der Einstellungen, da irgendwann „jeder“ genommen wird. Nichts ist für ein Team so toxisch wie es mit faulen Äpfeln auszustatten und mit Menschen, die überhaupt gar nicht zur Unternehmenskultur und den gemeinsamen Werten passen. Die Folge: Weitere gute Mitarbeiter gehen. Ein Teufelskreis entsteht, aus dem die Einrichtung nicht mehr herauskommt.

Marketing und Führung müssen immer übereinstimmen und ein kongruentes Bild der Einrichtung zeichnen. Wenn Marketing mit schönen Bildern und Videos zu einer Scheinwelt verkommt, die mit der Realität in der Einrichtung nichts (mehr) zu tun hat, dann ist Marketing nicht nur nutzlos, nein, es schadet sogar. Nichts ist schlimmer als unauthentisch zu sein. Denn wenn Worte nicht mit dem übereinstimmen was getan wird ist das Manipulation.

Viele fragen mich: Woran erkenne ich denn, ob die Einrichtung gut geführt wird oder nicht, BEVOR ich den Arbeitsvertrag unterschreibe? Meine Antwort: „Ich achte auf Taten, nicht auf Worte. Ich höre zwar, was gesagt wird, aber ich schaue ausschließlich nach dem, was getan wird.“

Denn Authentizität ist lauter als jede Fassade.

#pflegemarketing

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Pflege: Der Unterschied zwischen Geld und Wert