Pflege: Der Unterschied zwischen Geld und Wert
Vor Kurzem hörte ich den Satz einer Geschäftsführerin eines Pflegeanbieters: „Es läuft gut. Die Zahlen stimmen.“
„Sind nur die Zahlen ok oder sind auch die Menschen ok?“ fragte ich zurück?
Ein Grundproblem in vielen Branchen ist, dass es Menschen gibt, die für Geld bereit sind ihre Werte zu verkaufen. Das Gegenteil davon sind Menschen, die mit Geld Werte erschaffen. Geld ist ein Mittel zum Zweck und nicht der Zweck selbst.
Wert ist nicht monetär messbar. Geld verdienen ist nicht der Sinn des Wirtschaftens. Der Sinn ist, dem Gemeinwohl zu dienen und Werte zu erschaffen. „Konzentriere dich auf die Werte, dann kommt das Geld ganz von alleine“, riet mir vor einigen Jahren eine befreundete Unternehmerin. Paula Brandt nennt Menschen mit einem solchen Mindset „Impact-Unternehmer“. Die Seele fragt: Welchen Beitrag kann ich leisten? Das Ego fragt: was verdiene ich?
Dieser Ansatz wird von Finanzmenschen der alten Schule nicht verstanden. Um Wert zu bestimmen, wird in dieser Logik in einen Jahresabschluss geschaut. Gemeinwohl kann man nicht in einem Jahresabschluss finden, Zufriedenheit kann man nicht mit einer BWA feststellen, Würde findet man nicht in einer Gewinn- und Verlustrechnung.
Sind Zahlen der einzige Indikator dafür, ob eine Pflegeeinrichtung funktioniert? Wie hat sich die Mitarbeiterzufriedenheit entwickelt? Wird diese gemessen? Gewinnt das Image oder leidet es? Geht es mit Innovationen voran oder wird nur der Status Quo gehalten, irgendwie? Entstehen neue Werte oder wird das Tafelsiber verscherbelt und von der Substanz gelebt?
Ich erlebe immer wieder Geschäftsführer die versuchen, nur über die monatliche betriebswirtschaftliche Auswertung die Einrichtung zu steuern. Nur: Kennzahlen können nicht alles messen, denn Bewohner sind keine Roboter und Mitarbeiter keine Maschinen.
Gute Einrichtungen erkennt man daran, dass sie Werte entstehen lassen und nicht ihre Werte verkaufen.
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