Pflege und Glaubwürdigkeit

„Ulrich, wo warst du die letzten 12 Jahre? Warum habe ich dich erst heute das erste Mal als Speaker auf der Bühne gesehen?“ fragte mich gestern ein Berufskollege auf dem Springer Gesundheitspflegekongress in Hamburg. „Du hast so unglaublich viel zu sagen!“

Bevor ich mich auf eine Bühne stelle und spreche, bevor ich anderen Pflegeeinrichtungen Ratschläge gebe, muss ich es vorher selbst getan haben. Ich muss selber der lebende Beweis sein, denn sonst hat das, was ich sage, keinen Wert. „Ich habe in meinen eigenen Pflegeeinrichtungen 12 Jahre gebraucht, bis ich meine Vision einer starken, wertgeschätzten, sichtbaren Pflege in die Realität umgesetzt hatte“, entgegnete ich ihm also. Eine Welt, die erlebbar, fühlbar und existent ist.

Damit meine Worte nicht nur Hülsen sind, muss ich die langen Nächte erlebt haben, die Rückschläge, die Zweifel, den Mut, muss die Ängste gefühlt haben, die Risiken, die harte Arbeit und hin und wieder auch die Ablehnung.

„Die Wahrheit erkennt man nicht an schönen Worten, sondern an leisen Taten“. Das ist eine meiner Grundprinzipien. Ohne Taten haben Worte für mich keine Bedeutung. Die Welt ist voll von Menschen, die das eine sagen und dann das andere tun.

Die Pflegewelt verändert sich nicht durch deine Meinung, sondern nur durch dein gutes Vorbild. „Tun ist wie wollen, nur krasser.“

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Pflege und Interprofessionalität

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Neue Wege in der Pflege