Pflege und Interprofessionalität
Heute durfte ich auf dem ElderCare Excellence Forum in Frankfurt als Best Practice Case darüber sprechen, wie wir es in unseren Einrichtungen geschafft haben, interprofessionell zu arbeiten und durch den Einsatz webbasierter Dokumentation unsere wichtigste Ressource zu entlasten: unsere Pflegekräfte.
Ich bin vor 12 Jahren als Quereinsteiger aus der internationalen Automobizulieferlindustrie in die Pflege gekommen. Als ich dann in der Pflege war hörte ich immer: „Aber du bist ja gar keine Pflegekraft.“ Nein, ich bin Betriebswirt und das ist auch gut so! Wo kommt der Gedanke her, dass Pflegefachkräfte alles selber machen müssen? Von der Geschäftsführung bis zum Müll rausbringen? „Die Pflege ist nicht immer für alles und jeden verantwortlich“ sagte heute die wunderbare Sabrina Roßius .
In der Pflege gibt es verschiedenste Studien dazu, wieviel Zeit Pflegefachpersonen im Alltag durch schlechte Strukturen und schlechte Organisation verschwenden. Mit Aufgaben also, die nichts mit ihrer Kernkompetenz zu tun haben. Sie bringen den Müll raus, desinfizieren den Nachtschrank, beziehen Betten, holen Getränke, fahren mit Bewohnern zum Arzt. Als ich in die Pflege kam hatte ich den Eindruck, dass die Pflege ein Bereich ist, in dem das Bild vom „Mädchen für alles‘ weiter vorherrscht. Das ist oft gut gemeint, nur leider ist es nicht professionell.
Ziel einer jeden Organisationsstruktur sollte immer sein, dass Menschen in Ihren Stärken unterwegs sein können, um eine hohe Zufriedenheit zu erreichen.