WHAT GOT YOU HERE WON‘T GET YOU THERE

Zusammen mit meinem Partner Stephan Kohorst habe ich die „Neue Humane Pflege“ gegründet. Die ersten Pflegedienste sind nun unter unser Dach gekommen. Im neuen Jahr geht es operativ voll los. Und auch im Strategiemeeting gestern hörte ich Stephan wieder sagen: „What got you here won’t get you there.“

Das, was dich erfolgreich bis zu diesem Punkt gebracht hat, Fähigkeiten, Denkweisen, Rollen, Muster, reicht für die nächste Entwicklungsstufe oft nicht mehr aus. Es ist deshalb wichtig sich bewusst zu machen, dass man sich immer wieder ein Stück weit „neu erfinden“ muss weil Wachstum Veränderung bedeutet.

Seit 2011 habe ich das Familienunternehmen, welches meine Mutter gegründet hat, vom kleinen Pflegedienst zum Komplexanbieter aufgebaut. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass es für viele Herausforderungen in der Pflege bereits tolle und wirksame Lösungen gibt. Immer wieder haben wir diese Lösungen in der Praxis umgesetzt und über die Jahre auch etliche Innovationspreise dafür bekommen.

Was mich dabei aber nicht losgelassen hat ist die Frage, wie solche guten Praxislösungen endlich auch in die Breite der Branche kommen. Auch wenn einzelne Leuchttürme schön und wichtig sind, eine grundsätzliche Veränderung erreichen wir nur, wenn Best Practices überall ankommen.

Eine Lösung ist eigentlich dann erst eine echte Innovation, wenn sie nicht nur in einem Setting funktioniert, sondern multiplizierter und übertragbar ist. Wenn es sie nicht nur einmal gibt, sondern 10 mal, 100 mal, 1000 mal Anwendung findet und damit Wirkung zeigt, echten Impact eben, oder, wie mein Unternehmerfreund sagen würde: „Eine echte Delle ins Universum schlägt“. ;-)

Deshalb baue ich heute mit der Neuen Humanen Pflege etwas Neues auf. Meine Kern-Motivation dabei: Als deutschlandweit operierender Träger den Praxisbeweis antreten, dass eine gute und humane Pflege in der Breite möglich ist, auch in Zukunft.

Wir alle wissen, dass sich die Art und Weise, wie Pflegeeinrichtungen funktionieren, fundamental verändern muss, um eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Branche zu finden. Wir alle kennen die Engpässe zur genüge. Abläufe, Prozesse, Strukturen. Vieles ist überholt, nutzt nicht die Lösungen, die schon möglich sind, funktioniert nicht richtig für die Menschen, die dort arbeiten. Alle sind für Veränderung, doch gleichzeitig verändert sich nach wie vor zu wenig, kommt zu wenig im Praxisalltag an.

Starke Pflege entsteht nicht durch „mehr vom Gleichen“. Wir brauchen auch nicht das nächste „Modellprojekt“ oder „Förder-Initiative“ als Strohfeuer. Was wir jetzt brauchen ist der Beweis im operativen Echtbetrieb unter den „normalen“ Bedingungen des Systems, dass es besser geht.

Pflege hat zu lange funktioniert nach dem Prinzip: „So haben wir es immer gemacht.“

Doch what got you here won’t get you there.

Höchste Zeit für die Pflege der Zukunft und die Zukunft der Pflege.

Seid gespannt.

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PFLEGE UND REICHTUM